Otto Rosenberger

Dreher. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1902    † 1943

 

Lebenslauf

Otto Rosenberger wurde am 23.11.1902 in Wien geboren. Er arbeitete als Dreher. Ab 1935 war er im Siemens-Schuckertwerk (Wien-Leopoldau) tätig.

Mitglied einer Widerstandsgruppe

Otto Rosenberger war Mitglied der Widerstandsgruppe im Siemens-Schuckertwerk. Er wurde von Johann Zeinzinger geworben und organisierte eine eigene Gruppe. Er seinerseits warb Karl Besenkopf

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 3. 2. 1942 wurde Otto Rosenberger verhaftet und am 17. 2. 1943 gemeinsam mit Johann Zeinzinger, Wilhelm Mauer und Franz Dedinak (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 1.7.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Im Mai 1939 erhielt er von Damisch eine kommunistische Flugschrift, die die Überschrift ’An die Arbeiter und Arbeiterinnen‘ und die Unterschrift ’KPÖ‘ trug, im Oktober oder November 1939 und im November oder Dezember 1939 eine solche mit der Überschrift ’Arbeiter und Bauern‘. Im Mai 1940 erhielt er von Damisch ein weiteres Flugblatt, das die Überschrift ’An die Arbeiter und Bauern‘, die Unterschrift ’KPÖ‘ trug und auf dem in der linken oberen Ecke in roter Farbe Sichel und Hammer gemalt waren. (…) Die Todesstrafe ist auch für die umfangreiche und intensive Tätigkeit des überdurchschnittlich begabten Angeklagten Rosenberger eine gerechte Sühne, selbst wenn dieser Angeklagte, was der Senat als richtig unterstellt, zuletzt in einer Geheimabteilung des Werkes zur vollsten Zufriedenheit gearbeitet und seine Arbeitsleistung gesteigert hat.“

Mahnmal

Sein Name steht auf einem 1949 enthüllten Mahnmal der Firma Siemens AG Österreich (Wien 21, Siemensstraße 88-92).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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